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Zwangsarbeit in Walldorf


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Georges Fouquet

Er arbeitete bei Jakob Becker V. in Walldorf.

Er sitzt am Tisch und erzählt mit den Armen gestikulierend
Geb. 05.02.1927, lebt in Les Roises (Frankreich).

"1943 wurde ich verhaftet, bei dem Versuch, aus einer deutschen Kaserne zu fliehen. Ich hatte versucht, eine Pistole für die Résistance zu stehlen. Ich kam nach Epinal zum Verhör durch die Gestapo. Ich wurde geschlagen und am Kopf verletzt. Dann wurde ich zu KZ verurteilt und im Gefängnis-Waggon nach Deutschland gebracht. Als wir nach Saarbrücken kamen, wurde die Stadt bombardiert und brannte. Offenbar sind bei diesem Ereignis unsere Akten verbrannt.

Da man nicht wusste, was man mit mir anfangen sollte, wurde ich in das Arbeitserziehungslager Frankfurt-Heddernheim eingewiesen. Dort musste ich schwere und unsinnige Arbeiten verrichten, z.B. Sandhaufen von einer Ecke in die andere schaufeln. Nach einigen Wochen wog ich nur noch 35 kg. Ein deutscher Mithäftling, ein kommunistischer Arzt, hat mich am Leben erhalten. Eines Tages kamen Leute ins Lager und suchten Häftlinge aus. Ich wurde von einem Mann (Jakob Becker V.) auf französisch angesprochen, er nahm mich mit nach Walldorf und brachte mich zu einem Arzt in der Langgasse zwischen Kirche und Bahnhof. Der hat mich gesundgepflegt.

Ich bekam im Haus von Jakob Becker ein eigenes Zimmer und habe in der Landwirtschaft gearbeitet. Seine Söhne waren im Krieg. Wir sind oft zusammen in den Wald zum Holzholen gefahren. Dort habe ich junge Frauen gesehen, die in eleganten Sommerkleidern schwere Waldarbeit verrichten mussten. Sie waren von Soldaten bewacht. Im Winter hatten sie sich gegen die Kälte mit Zementsäcken umwickelt. Ich habe aus dem Keller von Jakob Becker Kartoffeln mitgenommen und habe sie den Frauen zugesteckt. Der "Patron" hat so getan, als sähe er das nicht."

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